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Schon in der Antike verwendete man Stuckelemente zur Gestaltung von Innenräumen und Fassaden. Von Barock bis ins 19. Jahrhundert erfreuten sich Stuckleisten und andere Dekorelemente sowohl in Kirchen als auch in Profanbauten großer Beliebtheit. Neuerdings kommen sie auch in privaten Wohnräumen wieder häufiger zum Einsatz – Grund genug, das Material und seine Einsatzmöglichkeiten bei der Gestaltung von Wänden und Decken einmal näher zu beleuchten.

Was ist Stuck?

Der Begriff „Stuck“ bezeichnet sowohl das Material als auch die daraus hergestellten Zierelemente. Die wichtigsten Bestandteile sind Gips und Wasser, denen weitere Zuschlagstoffe wie z.B. Sand und Bindemittel (Kalk oder Zement) beigegeben werden – meist verwendet ein Stuckateur bei der Herstellung eigene Rezepte, mit denen Viskosität und Bindung verbessert werden. Die flüssige Masse wird in eine vorgefertigte Form gegossen; zur Verstärkung dient bei größeren Elementen ein Gitternetz. Nach einigen Stunden ist der Stuck so weit getrocknet, dass er aus der Form geschlagen und auf dem aufgerauten Putz angebracht werden kann; spezieller „Spachtelgips“ dient als Kleber.

Stuck-Imitate aus Polystyrol

Statt „echtem“ Stuck kommen seit den 1970er Jahren in Innenräumen häufig Stuckleisten und Dekorelemente aus Polystyrol (Styropor) zum Einsatz. Sie sind günstig und einfach zu montieren, bleiben optisch aber weit hinter dem Original zurück.  Der Kunststoff ist außerdem brennbar und kann sich bei größeren Temperaturunterschieden verformen – besonders wenn sich Stuckleisten teilweise ablösen, führt dies zu unschönen Ergebnissen. Darüber hinaus sind der Phantasie bei der Gestaltung Grenzen gesetzt, wenn industriell vorgefertigte Imitate statt handgefertigter Stuckelemente verwendet werden.

Stuckarbeiten fürs Zuhause

Während manche traditionellen Stuckarbeiten (z.B. Antragearbeiten, Malstuck oder Sgraffitto) in der modernen Innenraumgestaltung kaum mehr eine Rolle spielen, werden andere Techniken weiterhin eingesetzt. Zur Herstellung von Stuckelementen werden hauptsächlich zwei Verfahren verwendet:

Zug- und Abdreharbeiten

Mithilfe von Schablonen zieht man plastische Stuckprofile, Pilaster, Stäbe oder Bänder vor. Weil sich das Material bis zum endgültigen Aushärten ausdehnt und somit verformt, wird der Vorgang mehrmals wiederholt (man spricht dabei vom „Nachziehen“). Auf ähnliche Weise entstehen Kugeln und Säulen: Sie werden auf einer runden Scheibe „abgedreht“.

Guss- und Formarbeiten

Zunächst wird ein Modell des späteren Stuckelements (z.B. Rosetten, Blumenranken, Rocailles) hergestellt, anschließend wird eine Negativform vorbereitet. Ursprünglich bestanden diese Negativformen aus Ton, Gips oder Leim, heutzutage werden hauptsächlich Silikonformen verwendet. Sobald die darin gegossenen Stuckelemente ausgehärtet sind, werden sie aus der Form gelöst und mithilfe von Schrauben oder Dübeln an Wand oder Decke befestigt.

Moderne Gestaltungsmöglichkeiten

89690117Nicht nur in Altbauten sorgen Stuckelemente für wohnliches Flair – auch in modernen Räumen wirken sie (richtig inszeniert) als edler Blickfang, z.B. als

  • Wandkassetten,
  • Trageleisten für Bilderrahmen und Nippes,
  • Konsolen für Regale,
  • Zierleisten.

Besonders die Verbindung mit kräftigen Farben bringt den weißen Stuck gut zur Geltung. Neben „klassischen“ Blumenranken, Eierstäben und Rocailles sind selbstverständlich auch extravagante und moderne Ideen erlaubt: Graphische, strenge Formen etwa wirken besonders gut in Verbindung mit einer Hintergrundbeleuchtung aus LEDs, beispielsweise als Leuchtbordüre.

Stuck für denkmalgeschützte und private Gebäude

Professionelle Stuckateure greifen auf ihre jahrelange Erfahrung bei der Restaurierung von historischen Bauten wie Kirchen und Schlössern zurück, wenn sie Stuckelemente in Privatwohnungen anbringen.
Auch hierfür gibt es einen Experten innerhalb der Handwerkskooperation 8 Handwerk kompakt: Das Bauunternehmen Wilhelm Grundner aus Soyen bei München hat sich unter anderem auf Putz- und Stuckarbeiten spezialisiert und freut sich auf Ihre Anfrage. Nehmen Sie telefonisch Kontakt auf oder nutzen Sie direkt unser Online-Formular!

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